Obersteinach, Verkehrsunfall mit Traktor und zwei Personenwagen, zwei eingeklemmte Personen

So ähnlich wäre die Meldung auf unseren Pagern wohl gestern Abend gewesen. Das ganze war aber glücklicherweise für alle Beteiligten nur eine lehrreiche Übung. Doch der Reihe nach.

Verkehrsunfall in Obersteinach

Ihm Rahmen der Ausbildung der Strassenrettungsgruppe der Feuerwehr Goldach bereitete Lt Patrick Baumann eine grosse Übung vor. In Obersteinach war es zu einem Unfall mit einem Traktor eines lokale technischen Lohnunternehmens und zwei Personenwagen vor der Schreinerei Gebhard Müller gekommen. In beiden Fahrzeugen, waren die Fahrer je eingeklemmt, dem Traktorfahrer war weiter nichts passiert.

Ein Traktor und zwei PWs sind in den Unfall verwickelt

Somit rückte die Strassenrettungsformation der Feuerwehr Goldach, in welcher auch einige Steinacher und Horner Kameraden eingeteilt sind aus, um das Ereignis zu bewältigen. Die Strassenrettung der Feuerwehr Goldach ist für das Gemeindegebiet von Steinach in solchen Situationen zuständig. Einsatzleiter Philipp Nägeli stellte bei der Rekognoszierung fest, dass im grünen Subaro eine Person mit den Füssen unter den Pedalen festgeklemmt, welche aber ansprechbar war. Auf der anderen Seite sah es sehr ernst aus. Im auf dem Dach liegenden Fiat war der Fahrer eingeklemmt und bewusstlos. So bestimmte er für jeden PW einen eigenen Of Front, welcher seinen Bereich zu bewältigen hatte. Der Verkehrsdienst der Feuerwehr erhielt den Auftrag, die Strasse völlig zu sperren und den Verkehr grosszügig umzuleiten.

Bei beiden Fahrzeugen kümmerten sich Angehörige des Sanitätszuges sofort um die verletzten Personen und betreuten diese bis zur Übergabe an den Rettungsdienst.

Der Fiat wird stabilisiert, damit er nicht wegrutschen kann
Die Türen werden seitlich entfernt

Der Fiat wurde stabilisiert und dann die Seitentüren entfernt. Mittels Zylinder wurde die seitliche Öffnung aufgedrückt – wir nennen das Krokodil. So konnte eine grössere Zugangsöffnung geschaffen werden, um den Patienten auf das durch die Heckklappe eingeführte Rettungsbrett zu legen. Danach wurde er seitlich geborgen.

Das Abspreizen der Türen war nicht ganz einfach
Nach Entfernen der B-Säule und dem Aufdrücken der Seite mit einem Zylinder konnten die Rettungskräfte zum Patient vordringen
Der Patient wird abtransporiert
Gut sichtbar ist die Seitenerweiterung, Krokodil genannt

Beim Subaro war die grösste Knacknuss der Traktor, welcher den PW sehr instabil machte. Darum wurde zuerst das Auto mit dem Traktor verzurrt, damit es nicht davonrollen konnte. Dann konnte die Fahrertüre entfernt und die Pedale bei den Füssen weggeschnitten werden. Danach war die Bergung des Fahrers kein Problem mehr.

Der Traktor steht mit einem Rad auf der Motorhaube des Subaro. Der PW Lenker klemmt mit seinen Füssen in den Pedalen fest
Der PW musste zuerst mit dem Traktor mechanisch verbunden werden, um nicht davonrollen zu können
Die Fahrertüre ist geöffnet, nun können die Pedale entfernt und damit der Patient befreit werden

Fazit:

Zum Glück konnten wir wieder einmal eine grosse Übung machen und Schwachstellen erkennen. Einerseits Corona und andererseits ein grosser Generationenwechsel in der Mannschaft sind ein Handycap bei der Bewältigung solcher grosser Aufgaben. So hätten wir alten Hasen gerne auch etwas Hand angelegt, aber das war ja nicht die Idee der Übung, sondern wir wollten unser Wissen weitergeben. Unter dem Strich kann ich aber feststellen, dass wir nach wie vor das Fachwissen haben und im Ernstfall solch ein Ereignis gut bewältigen können. Ein ebenfalls gestern Mittag stattfindender Einsatz auf dem Autobahnzubringer konnte effizient und erfolgreich bewältigt werden.

Dank:

Ein herzliches Dankeschön geht an den Lt Patrick Baumann und seine Übungsgehilfen für die tolle Vorbereitung der Übung. Ein weiterer Dank gilt Charly Hutter vom Technischen Lohnunternehmen in Steinach, der uns als ehemaliger Steinacher Feuerwehrkamerad mit seinem grossen Fahrzeug unterstützt hat. Danke auch an Fritz Heinze, welcher an der Übung ebenfalls fotografiert hat und diesen Aspekt des Rettungswesens in die Presse bringt. (BK)

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